Hundesteuer

Hundesteuer – wofür?

Städte, Gemeinden und Kommunen nehmen mit der Hundesteuer jährlich Millionen Beträge ein, doch vielen Hundehaltern erschließt sich nicht, wofür die Hundesteuer eigentlich verwendet wird.

Die Ursprünge der Hundesteuer

Erstmals wurde Hundesteuer in Form von Hundekorn bereits im 15. Jahrhundert eingehoben. In England wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstmals die allgemeine Hundesteuer als Luxussteuer eingeführt. In Deutschland sorgte die Verordnung der Fürstlich Isenburgischen Regierung im Jahr 1807 in Offenbach am Main dafür, dass jährlich ein Reichstaler für gehaltene Hunde zu zahlen war, um damit die städtischen Kriegsschulden abzuzahlen. Um die Hundezahl im Land zu verringern, wurde 1809 in Württemberg die Hundesteuer eingeführt. Seit 1842 wurde für den Zweithund (Luxushund) beschlossen, mehr Hundesteuer zu verlangen, als für den Ersthund. Auch die vermehrte Anzahl von Tollwutfällen durch herumstreunende Hunde, gab Anlaß dazu, an der Hundesteuer festzuhalten, um sicher zu stellen, dass sich nur finanziell gut gestellte Menschen einen Hund zulegen, die durch Ihre finanziellen Möglichkeiten eine ordentliche Versorung des Hundes gewährleisten können und für Hunde, die sich durch das herumstreunern mit Tollwut angesteckt haben, die Tierarztkosten auch bezahlen zu können. Arbeitshunde wie z. B. Wachhunde, die im Wald oder in den angrenzenden Dörfern gehalten wurden, waren teilweise von der Steuer befreit, genauso wie Jagdhunde sowie Schafe hütende Tiere. Schon damals bestand für die Hunde, für die Hundesteuer zu entrichten war, die Maulkorbpflicht. Sie trugen zudem ein Halsband mit einer nummerierten Blechmarke.

Den Hund rasch anmelden

Heutzutage müssen Sie für das private oder geschäftliche Halten von Hunden eine öffentlich-rechtliche Abgabe im Gemeindegebiet Ihres Wohnortes bezahlen. Es handelt sich hierbei um eine Gemeindesteuer, die an keine bestimmte Leistung gebunden ist und nach dem sog. Gesamtdeckungsprinzip verwendet werden darf. Die Hundesteuer wird von den Gemeinden also nicht dafür verwendet, um Hundekot von den Straßen zu beseitigen. Vielmehr dient die jährliche Abgabe für die Hundehaltung dazu, sämtliche kommunalen Aufgaben zu finanzieren und die Zahl der Hunde in den Gemeinden zu begrenzen. Als Hundehalter sind Sie selbst für die Abgabe der Hundesteuer verpflichtet, bei der es sich um eine direkte Steuer handelt. Teilen Sie sich die Haltung des Hundes mit weiteren Personen, sind Sie alle zusammen Gesamtschuldner. Zuständig ist dafür das jeweilige Bundesland bzw. die Stadt, in der Sie wohnen, die als Rechtsgrundlage für die Erhebung der Steuer für den Hund nach der kommunalen Hundesteuersatzung Beiträge vorschreibt.


Hier variieren die Gesetze und die Beiträge je nach Bundesland, wobei die Hundehaltung in Städten meist höher besteuert wird. In der Gemeinde Eschborn und Windorf werden beispielsweise keine Hundesteuer von den Kommunen eingehoben, was aber eher Seltenheitswert hat. Innerhalb der ca. 70 verschiedenen Städte werden Beiträge zwischen Null bis 186 Euro verlangt. Bei sog. Listenhunden ist die Spannbreite wesentlich größer. So liegt der Beitrag in Cottbus z. B. bei 270 Euro und in Starnberg bei 1.000 Euro im Jahr.
Sie als Hundehalter sind dazu verpflichtet, innerhalb von 14 Tagen, entweder bei einer Neuanschaffung oder bei einem Umzug in eine neue Gemeinde, Ihren Hund am jeweiligen Gemeindeamt steuerlich anzumelden. In größeren Städten, wie beispielsweise Berlin, ist oft ein Monat lang Zeit und die Anmeldung des Hundes. Die Anmeldung ist hier über eine eigene Hundesteuerabteilung beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt einzureichen und erfolgt für gewöhnlich schriftlich bzw. persönlich mittels einem Anmeldeformular. Im Falle eines Umzugs können Sie die Anmeldung auch gleich bei der Ummeldung am Einwohnermeldeamt abwickeln. Dort erhalten Sie auch die aktuelle Hundesteuermarke sowie einen Steuerbescheid. In manchen Fällen gibt es auch die Möglichkeit einer Ermäßigung oder sogar einer Befreiung von der Steuer, wenn es sich beispielsweise um einen Dienst, Begleithund, Hüte-, Rettungs- oder Blindenhund handelt. Einige Städte verzichten auch auf die Hundesteuer, wenn ein Hund aus dem Tierheim adoptiert wird.

Hohe Strafen bei Nichtanmeldung des Vierbeiners

Versäumen Sie es, Ihren Hund für die Hundesteuer anzumelden, so kann dies zu empfindlich hohen Strafen führen. Dabei kann es sich um etwa den zwei- bis dreifachen Jahressteuerbeitrag handeln, im schlimmsten Fall aber bis zu 5.000,- Euro Strafe. Die Beitragshöhe schwankt je nach Region und gehaltenen Hund aufgrund des kommunalen Selbstverwaltungsrechtes. Denn je nach Hunderasse und einer Einstufung des Wesens des Hundes werden die Steuersätze entsprechend angepasst. Zählt Ihr Hund zu jenen Rassen, die von ihrem Wesen her als gefährlich eingestuft werden, wird dies im allgemeinen teurer. Die Bundesländer entscheiden dann, wie Ihr Hund eingestuft wird und wie hoch die Hundesteuer für ihn ist. Halten Sie mehr als einen Hund, dann gibt es in den meisten Gemeinden eine Staffelung der Beiträge, wobei Sie für den zweiten Hund meist weniger Hundesteuer abgeben müssen.


Wenn keine Hundesteuer bezahlt wurde

Wird das Finanzamt beispielsweise von einem Nachbarn darüber informiert, dass Sie einen Hund halten, aber keine Hundesteuer für ihn entrichten, müssen Sie die säumigen Beträge nachzahlen und höchstwahrscheinlich auch eine Geldstrafe bezahlen. Da es sich um eine Gemeindeabgabe handelt, wird Ihnen aber keine Steuerhinterziehung vorgeworfen werden, was in der Regel eine Gerichtsverhandlung zur Folge hätte. Bedenken Sie in jedem Fall, das Sie die Hundemarke am Halsband des Hundes jederzeit sichtbar anbringen. Denn im Falle einer Kontrolle muss der Kontrolleur anhand der Steuermarke sofort erkennen können, ob für Ihren Hund Hundesteuer bezahlt wird und ob dieser angemeldet wurde.

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