Hund als Weihnachtsgeschenk

Ein Hund als Weihnachtsgeschenk? Nein, danke!

„Mama, Papa, ich hätte so gerne einen süßen Welpen!“ Diesen Satz hören Eltern besonders in der Zeit vor Weihnachten sehr häufig. Und natürlich möchte man die Kleinen immer glücklich sehen und ihnen jeden Wunsch erfüllen. Warum ein Hund als Weihnachtsgeschenk aber nicht immer eine gute Idee ist, zeigt dieser Artikel.

Ein Hund ist kein Spielzeug!

Hunde sind empfindsame Lebewesen, die Schmerzen, Angst und Stress empfinden können. Zieht das Kind versehentlich beim Spielen zu stark an „Barbies“ Arm, ist dies der Puppe egal. Einem Tier können damit jedoch extreme Schmerzen zugefügt werden, was Kinder oft noch nicht gut genug einschätzen können. Insbesondere Welpen werden gerne den ganzen Tag lang herumgetragen, weil sie ja so niedlich sind. So kann sich der junge Hund, der am Anfang seines Lebens sehr viel Schlaf braucht, kaum richtig erholen und erkrankt oder stirbt im schlimmsten Fall sogar an den Folgen des Schlafmangels.
Dazu kommt, dass ein Hund natürlich auch konsequent erzogen werden muss, damit das Zusammenleben reibungslos funktioniert. Eine Erziehung braucht aber viel Zeit und Geduld, die die meisten Berufstätigen heutzutage leider nicht mehr haben. Außerdem müssen alle Familienmitglieder konsequent sein und immer die gleichen Kommandos benutzen, um den Hund nicht zu verwirren. Gerade Kindern fällt es aber oft schwer, so eindeutig zu sein.

Ein Hund als Weihnachtsgeschenk – aber welcher?

Die Rasse spielt eine große Rolle bei der Frage, ob es gut funktinionieren kann, einen Hund in die Familie aufzunehmen. Bei kleinen Kindern sollte man nicht unbedingt eine große Rasse wie den Dobermann oder die Dogge wählen, da auch der freundlichste Hund mal schnappen kann – gerade wenn er genervt ist – und große Hunde die Kinder beim Spielen aus Versehen sogar umrennen, wenn sie nicht aufpassen.
Zu klein darf der Hund aber ebenfalls nicht sein, denn sonst ist das oben beschriebene Herumgetragen-Werden eine mögliche Folge. Selbst wenn der Hund sich das gefallen lässt, möchte jedes Tier eigentlich lieber auf seinen eigenen vier Beinen laufen können.
Man kann also schon bei der Auswahl eines Hundes vieles falsch machen, weswegen man sich diesen Schritt gut überlegen und ihn mit allen Familienmitgliedern besprechen sollte. Denn in der stressigen Vorweihnachtszeit trifft man ansonsten vielleicht eine Entscheidung, die man später bereut.

Ein Hund braucht sehr viel Aufmerksamkeit!

Denn einen Hund kann man nicht, wenn man weder Lust noch Zeit für ihn hat, wie ein Spielzeug in eine Kiste packen und auf den Dachboden stellen. Das Tier muss jeden Tag gefüttert werden, mehrere Spaziergänge stehen auf der Tagesordnung und regelmäßige Besuche beim Tierarzt sind Pflicht, damit es dem Vierbeiner gut geht. Hier sollte man auch die Finanzen im Blick haben: Tierarztrechnungen können sehr schnell sehr hoch werden! Für viele Hundebesitzer hat sich daher bereits die Hundekrankenversicherung oder Hunde-OP Versicherung wortwörtlich bezahlt gemacht. Sehr häufig werden nämlich mögliche Tierarztkosten bei den Anschaffungskosten eines Hundes nicht berücksichtigt. Denn leider gibt es einige Hunderassen, die einen Tierarzt nicht nur zum jährlichen Impfen aufsuchen müssen, sondern auch anfällig für Krankheiten sind. Zudem muss und möchte der Hund auch bei Regen, Schnee und Sturm nach draußen – wenn dann niemand mit ihm rausgehen möchte, bleibt diese Arbeit immer an einem Familienmitglied hängen. Daher sollte man sich überlegen, ob wohl wirklich alle Beteiligten lange hinter der Entscheidung stehen. Bei älteren Kindern ist es oft der Fall, dass bei Eintritt der Pubertät auf einmal ganz andere Dinge wichtig werden und für die Familie und somit auch für den Hund nicht mehr viel Zeit übrig bleibt. Vor allem wenn das Kind dann „gezwungen“ wird, weiterhin mit dem Hund Gassi zu gehen, entwickelt sich dann schon teilweise eher eine Abneigung gegen das eigene Haustier!

Ein Hund bleibt sein ganzes Leben lang bei Ihnen

In solchen Fällen geben viele Menschen ihre „Weihnachtshunde“ früher oder später im Tierheim ab, was für den Hund natürlich nicht schön ist. Solches Leid kann man sich ersparen, wenn man sich vor der Anschaffung eines Hundes im Klaren darüber ist, dass der Hund nicht nur einen Sommer bei einem lebt: Hunde werden je nach Rasse und Größe zwischen 8 und 16 Jahre alt; für diese Zeit verpflichtet man sich dementsprechend, für das Wohl des Vierbeiners zu sorgen. Urlaub, spontane Wochenendausflüge, größere Krankheitsfälle: All diese Dinge können mit Hund erschwert werden und bedürfen einer sorgfältigen Planung. Als Hundebesitzer kann man nicht einfach sein Leben wie vorher führen, sondern muss Rücksicht auf das Tier nehmen.

Alles in allem zeigt sich also, dass die Entscheidung für den Kauf eines Hundes keine leichte ist. Ein Hund ist ein wunderbares Lebewesen und kann den Alltag mit seinem Charakter erheblich verschönern – nur sollte man sich das in Ruhe überlegen und nicht zum Züchter hetzen, weil ein Hund als Weihnachtsgeschenk auf dem Wunschzettel steht.
Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden und sind die oben angesprochenen Besonderheiten geklärt, sollte man dennoch bis zum neuen Jahr warten, ehe man den Hund in sein neues Zuhause holt. Denn im Trubel der Feiertage wird der Hund kaum eine Chance haben, sich in Ruhe einleben zu können. Außerdem ist es meist besser, wenn das Tier den stressigen Silvesterabend in seiner bisher vertrauten Umgebung verbringen kann.

Share Button
War dieser Artikel für Sie verständlich?
[Total: 0 Average: 0]