Hundesitter

Beruf Hundesitter

15. November, 2015 Tania Dählmann

Hundesitter – lohnt sich der Beruf? Worauf muss ich achten? Welche Versicherung benötige ich als Hundesitter? Wie hoch ist der Verdienst beim Hundesitter?

Professioneller Hundesitter zu werden, ist der Traum vieler Tierfreunde. Wer seinen Lebensunterhalt damit verdienen möchte, die Vierbeiner anderer auszuführen und zu betreuen, muss jedoch einige Aspekte beachten. Hier die wichtigsten Fakten zum Thema Verdienst, Versicherung, Gewerbeanmeldung und Pflegevertrag.

Beruf Hundesitter: Kann man davon leben?

Wieviel Geld ein Hundesitter mit seiner Tätigkeit verdienen kann, hängt insbesondere vom Betreuungsumfang ab, also davon, ob die Hunde den gesamten Tag über betreut oder nur einzelne Spaziergänge von bestimmter Dauer übernommen werden. Für eine Ganztagsbetreuung kann ein Hundesitter rund 15 bis 20 Euro verlangen, an Sonn- und Feiertagen durchaus auch mehr. Auch die Rasse spielt eine Rolle: Ein junger, lauffreudiger Hund ist arbeitsintensiver und benötigt mehr Aufmerksamkeit und Beschäftigung als ein Hundesenior.


Nicht zuletzt wirkt sich auch der Anfahrtsweg zum Hundehalter und zur Auslauffläche auf das Einkommen aus. In der Regel verdienen Hundesitter in ländlichen Gegenden etwas weniger als in Großstädten, wo die Wege zum nächsten Hundeauslaufplatz länger sind. Außerdem muss ein professioneller Hundesitter ein Gewerbe anmelden und aus seinen Einnahmen Sozialabgaben und Steuern zahlen – er muss also zwangsläufig etwas mehr verlangen als eine Privatperson, die nur gelegentlich einen Spaziergang übernimmt. Bei einer sorgfältig durchdachten Kalkulation und einem guten Ruf, der stets neue Kunden anlockt, ist es also durchaus möglich, vom Hundesitting zu leben.

Hundesitter gegen Entgelt: Gewerbe anmelden!

Sobald das Hundesitting kein Freundschaftsdienst mehr ist, sondern gegen Entgeld übernommen wird, muss ein Gewerbe angemeldet werden. Da der Wohnort und die Betriebsstätte identisch sind, ist dafür in der Regel die Wohnsitzgemeinde zuständig. Bei der Gewerbeanmeldung müssen angehende Hundesitter keine Nachweise über entsprechende Qualifikationen vorgelegt werden – das gilt nur bei bestimmten Berufsgruppen. Es wird jedoch eine kurze Beschreibung der Tätigkeit verlangt, die bei Bedarf jederzeit erweiterbar ist (zum Beispiel dann, wenn aus dem reinen Gassigehen eine Ganztagsbetreuung wird). Der Gewerbeschein wird gegen Zahlung einer Gebühr sofort ausgestellt. Darüber hinaus ist der Gewerbetreibende verpflichtet, sich selbstständig beim zuständigen Finanzamt anzumelden.




Der Auftraggeber hingegen könnte unter gewissen Umständen, die Kosten für die Hundesitter Betreuung sogar steuerlich geltend machen, denn die Betreuungskosten für den Hund gehören zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Dies kann für den beruflichen Hundesitter ein gutes Argument werden, um mehr Aufträge zu erhalten.

Wissenswertes zum Thema Hundesitter Versicherung

Erfolgt das Hundesitten nicht entgeldfrei, muss eine Hundesitter-Versicherung abgeschlossen werden, denn die Haftpflichtversicherung des Hundehalters greift nicht, wenn es während der Betreuungszeit zum Schadensfall kommt. Versicherungen bieten spezielle Haftpflichtversicherungen für Hundesitter an. Die Versicherungsprämie ist dabei unter anderem von der Anzahl der betreuten Hunde abhängig. Folgende Schadensfälle sollten durch die Versicherung abgedeckt sein:

  • Schäden, die vom Tier verursacht werden, zum Beispiel verschmutzte/beschädigte Kleidungsstücke, -Kratzer an Fahrzeugen, Autounfälle, Zusammenstöße mit Passanten etc.
  • Verletzungen des Hundes selbst, zum Beispiel nach Auseinandersetzungen mit anderen Hunden
  • Verletzungen des Hundes sowie Schäden, die aus einer Verletzung der Aufsichtspflicht des Hundesitters resultieren

Über die Hundesitter-Versicherung hinaus sollte ein spezieller Pflegevertrag abgeschlossen werden, in dem so wichtige Punkte wie die Kosten der Betreuung, Notfall-Nummern, ein Überblick über Vorerkrankungen und Allergien, notwendige Medikamente und das gewünschte Futter/die Fütterungszeit festgehalten werden, damit es im Zweifel zu keinen Streitigkeiten zwischen Hundehalter und Hundesitter kommt.

Was kostet eine Hundesitter Versicherung?

Der Jahresbeitrag für die Hundesitter Versicherung (Hüterhaftpflicht) mit max. 5 versicherten Hunden kostet z. B. bei der Uelzener 105,90 € (incl. VST/10 Jahres Vertrag, der nach 3 Jahren jährlich gekündigt werden kann) + 20% Aufschlag für einen 1-Jahresvertrag.

Die Versicherungssumme beträgt 15 Mio. für Personen, Sach und Vermögensschäden. Zusätzlich eingeschlossen sind:

  • Schlüsselverlust bis 70.000
  • private oder gewerbsmäßige Beaufsichtigung von Hunden bzw. Katzen
  • Schäden an den in Verwahrung genommenen Tieren (incl. Fütterungsschäden) begrenzt auf 1.000 €/Tier

>> Hundesitter Antrag


Bleiben die beaufsichtigten Tiere über Nacht in der “Hundesitter Wohnung” kann das Risiko Pensionshund für 37,01 €/Jahr hinzugebucht werden.

Ein Versicherungsvergleich lohnt sich

Wenn Sie professionell Hunde betreuen möchten, lohnt sich ein Vergleich der verschiedenen Versicherungsanbieter, um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ausfindig zu machen. Nutzen Sie entsprechende Angebote im Internet und informieren Sie sich auf den Webseiten der Anbieter, damit Sie umfassend abgesichert sind und sorgenfrei Ihrer Tätigkeit als Hundesitter nachgehen können.


Wer eine Betriebshaftpflicht für Hundeschulen oder Tierpensionen sucht, findet hier mehr dazu:
>> Betriebliche Hundeversicherung

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